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Flug-Amateure mit Profi-Lizenzen

Die fliegerischen Fähigkeiten der Hijacker lassen Spielraum für Spekulationen. Die formalen Qualifikationen wurden in den Untersuchungsberichten eindeutig beschrieben:
Among the five hijackers of American Airlines Flight 11, only Mohammed Atta held a certificate from the FAA as a qualified private and commercial pilot, including proficiency rating in multi-engine aircraft operation. Atta received his commercial pilot certificate in December, 2000. Records indicate that Atta received Boeing flight simulator training sessions.
Among the five hijackers aboard United Airlines flight 175, only Marwan al Shehhi is known to have completed flight training and possessed an FAA pilot certification. Al Shehhi received his commercial pilot certificate in December, 2000, on the same day and at the same facility as Atta received his. He also had Boeing flight simulator training.
Among the five hijackers aboard American Airlines Flight 77, Hani Hanjour was the sole individual who FAA records show completed flight training and received FAA pilot certification. Hanjour received his commercial multi-engine pilot certificate from the FAA in March 1999. He received extensive flight training in the United States including flight simulator training, and was perhaps the most experienced and highly trained pilot among the 9/11 hijackers.
Among the four hijackers aboard United Airlines Flight 93, Ziad Jarrah was the lone individual who is recorded as having received flight training and FAA pilot certification. Jarrah received his private pilot certificate from the FAA in November, 2000, and was recorded as having received Boeing flight simulator training. Staff would note that Jarrah had logged only 100 flight hours, and did not possess a commercial pilot certificate or multi-engine rating. (Quelle, Hervorhebung von mir)

Demnach hatten drei der vier Hijacker Berufspilotenlizenzen (Commercial Pilot Licence, CPL)
 

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Quelle

Besonders Hani Hanjour - ein Hijacker an Bord von American Airlines 77 - steht im Zentrum vieler Spekulationen, da er mit einer Boeing 757  kurz vor dem Einschlag in das Pentagon-Gebäude ein bemerkenswertes und vielfach falsch dargestelltes Manöver durchführte (siehe u.a. Kamikaze-Kurve).
Hanjour besaß seit März 1999 eine Berufspilotenlizenz der FAA. Offensichtlich waren jedoch seine Fähigkeiten so bescheiden, daß sich ein Fluglehrer Anfang 2001 von der FAA nochmals die Pilotenlizenz bestätigen ließ:
But instructors thought he was so bad a pilot and spoke such poor English that they contacted the Federal Aviation Administration to verify that his license was not a fake. The aviation agency verified the license and offered to find Mr. Hanjour a language tutor. (Quelle)

Wenige Wochen vor den Anschlägen wurden Hanjours Defízite nochmals offensichtlich:
[...] on three test runs during the second week of August, they found he had trouble controlling and landing the single-engine Cessna 172. Even though Hanjour showed a federal pilot's license and a log book cataloging 600 hours of flying experience, chief flight instructor Marcel Bernard declined to rent him a plane without more lessons. (Quelle, Hervorhebungen von mir)

Sprachliche Defizite und Probleme mit dem schwierigsten Manöver eines Fluges - der Landung. Der Fluglehrer Marcel Bernard sieht daher die notwendigen Voraussetzungen des Hijackers etwas differenzierter:
Despite Hanjour's poor reviews, he did have some ability as a pilot, said Bernard of Freeway Airport. "There's no doubt in my mind that once that [hijacked jet] got going, he could have pointed that plane at a building and hit it," he said. (Quelle, 23.09.2001)
We believe that even though he didn't necessarily have experience in jets, that once the airplane was airborne, that he could have easily pointed it in any direction he wanted to, and crashed it into a building or whatever would be a real feasibility, real possibility. (Quelle, 17.09.2001)

Eine ähnliche Einschätzung gibt der Lufthansa-Pilot Georg Fongern:
Georg Fongern, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, hält das keinesfalls für abwegig. Im Interview mit T-Online sagte er auf die Frage, ob ein Training am PC ausreicht: "Wenn das Flugzeug in der Luft ist, und die Systeme funktionieren, ist es relativ einfach, dieses Flugmanöver durchzuführen. Wer den Kurs und die Höhe einstellen kann, ist in der Lage, dieses Manöver durchzuführen. (Quelle, Hervorhebung von mir).

Der Sicherheitsexperte der Pilotenvereinigung Cockpit Joachim Puff äußert sich ähnlich:
FRAGE: Ist es schwer, sich die notwendigen Flugkenntnisse für so eine Aktion wie in New York anzueignen?
PUFF: Es ist sehr einfach. Die Buchung von Übungsstunden an Flugsimulatoren ist in vielen Ländern der Welt problemlos möglich. Das Fliegen auf ein Ziel ist im Flugsimulator leicht zu erlernen, für solche Aktionen braucht man keine erfahrenen Piloten.
(Quelle)

Eine ähnliche Einschätzung gibt der Herausgeber der Fachzeitschrift ‘Pilot und Flugzeug’:
Der Luftfahrtexperte Heiko Teegen warnt davor, die "fliegerische Kunst" der Attentäter auf das World Trade Center und das Pentagon zu hoch einzuschätzen. [...] Jeder Privat-oder Militärpilot ist handwerklich in der Lage, ein so großes Flugzeug in der Luft zu übernehmen. Ich warne davor, diese "fliegerische Kunst" zu hoch einzuschätzen. (Quelle, Hervorhebung von mir)

Eine ähnliche Einschätzung gibt ein Fluglehrer der Airline Transport Professionals Flight School
When they took over the plane, it was already in flight”, says Brian Marsh, a flight instructor at ATP Flight School, which has classes in 25 cities nationwide. “All they have to do was pretty much point and go. It’s even easier than driving a car because there are no roads.”
(Debunking 9/11 Myths, S. 6)

Arne Kruithof, der Fluglehrer von Ziad Jarrah und Besitzer des Florida Flight Training Center äussert sich ähnlich:
Also zunächst wissen wir gar nicht genau, was er [Jarrah] im Cockpit gemacht hat”,sagt Arne Kruithof dazu. “Aber um mit einem Flugzeug gegen eine Wand zu fliegen, braucht man nicht viel zu können.” (Fouda, Masterminds of Terror, S. 152)

Eine bemerkenswerte Analogie für die nötigen Qualifikationen beschreiben folgende Berufspiloten:
“The hijackers required only the shallow understanding of the aircraft," agrees Ken Hertz, an airline pilot rated on the 757/767. "In much the same way that a person needn't be an experienced physician in order to perform CPR or set a broken bone.”
That sentiment is echoed by Joe d'Eon, airline pilot and host of the "Fly With Me" podcast series. "It's the difference between a doctor and a butcher," says d'Eon.” (Quelle)

Der Erfahrungsbericht eines Amateurpiloten im Airsafe Journal kommt zu einem entsprechenden Ergebnis:
The most difficult part of the simulator training was takeoffs and landings. On the other hand, flying the aircraft in other phases of flight was relatively easy, even compared to flying a Cessna 172. 

Auch innerhalb eines WDR-Dossiers kommt u.a. ein Amateurpilot entsprechend zu Wort:
Chessna-Pilot Gunter Hartung: "Das Fliegen an sich ist sehr einfach."

In einer niederländischen TV-Dokumentation wird der komplette Boeing-Anflug auf das Pentagon in einem professionellen Simulator von einem Piloten nachgeahmt, der nach eigener Angabe eine ähnliche Qualifikation wie Hanjour aufzuweisen hatte.
Das Fazit: We did it three times and three times we hit the Pentagon.
 

Spekulationen statt Recherche

Der Buchautor Wisnewski präsentiert von all diesen Informationen nichts, stattdessen folgen nur substanzlose Spekulationen:
Ein anderer der mutmaßlichen Attentäter, der angebliche Pilot von Flug American Airlines 77, Hani Hanjour, lebte schon seit 1996 in den USA und hatte dort auch einen Pilotenschein gemacht. Unter einem ‘Pilotenschein’ versteht man im allgemeinen die sog. PPL (Private Pilot Licence). Um einen Airliner fliegen zu können, braucht man jedoch eine CPL (Commercial Pilot Licence) und eine ATPL (Airline Transport Pilot Licence. Die PPL ist lediglich eine der untersten Stufen des Pilotendaseins und hat mit dem Führen eines Airliners nur wenig zu tun. (Operation 9/11, S. 42)

Warum der Buchautor im Jahr 2003 seine Spekulationen auf die PPL fokussiert, obwohl längst bekannt war, daß Hanjour im Besitz einer CPL war, bleibt völlig unklar. Auf den folgenden zwei Buch-Seiten wird ausgeführt, wie unfähig sich der zukünftige Hijacker angestellt habe. Der Fokus wird hierbei insbesondere auf die schlechten Englischkenntnisse von Hanjour gelenkt - diese Defizite sind unstrittig. Die Spekulationen des Buchautors zu den mangelnden Sprachkenntnissen sind jedoch müßig, denn Hanjours Motivation unterschied sich deutlich von der anderer Piloten.

Die Schlussfolgerung des Buchautors erscheint daher rätselhaft hergeleitet:
Wie man sieht, scheint die Ausbildung der Top-Terroristen am Steuerknüppel bereits im Ansatz, d.h. auf der Ebene kleiner, einmotoriger ‘Sportflugzeuge’ steckengeblieben zu sein. (Operation 9/11, S. 44)
 

Amateure unter sich - Experten zählen nicht

Auf der bemerkenswert Wisnewski-unkritischen Webseite arbeiterfotografie.com findet sich u.a. eine detaillierte ‘Rezension’ der WDR-Sendung “Täuschung oder Wahrheit”, die bereits an anderer Stelle thematisiert wurde (siehe Stahlbetonkern).

In dieser Rezension werden die auftretenden Experten mit gezielten Kommentaren diskreditiert. Einer von diesen Experten ist Hans-Günter Welke, ein erfahrener Flugkapitän und Ausbildungskapitän. Die Passage liest sich folgendermaßen [Anm.: Hervorhebungen von mir]:
Gespräch über den Beitrag über die Pilotenqualifikation unter Einbeziehung von Hans-Günter Welke, der als Luftfahrtsachverständiger tituliert wird (Wortlaut aus der Sendung kursiv):
Anmerkung: Hans-Günter Welke's Rolle besteht u.a. darin zu behaupten, was niemand sonst behauptet: daß die angeblichen Hijacker, die die Maschinen in World Trade Center und Pentagon gesteuert haben, eine Berufspilotenlizenz erworben haben.
Wörtlich sagt er auf die Frage, ob die äußerst anspruchvollen Flugmanöver von den 'Terroristen' durchführbar gewesen seien:
Ich denke ja. Wenn wir einmal auf die Ausbildung zurückgehen, die uns bekannt ist - von den Terroristen - dann haben sie zunächst einmal völlig normal eine Ausbildung wie alle anderen Piloten auch begonnen. Sie haben eine Privatpilotenlizenz in Florida erworben, anschließend eine Berufspilotenlizenz, die eine intensive Ausbildung in verschiedenen Fächern wie Aerodynamik, Navigation, Flugsicherung beinhaltet."
Für die Privatpilotenlizenz seien 40, für die Berufspilotenlizenz 250 Flugstunden nachzuweisen.
Und nochmal betont er, was sonst keiner behauptet:
"Wir haben hier nachweislich Flugzeugführer, die die Berufspilotenlizenz erlangt haben."

Anmerkung: Immer wieder ist auch in dieser Sendung vom Amateurstatus der angeblichen Hijacker die Rede. Und nun kommt Herr Welke und landet einen verblüffenden Coup, indem er sie zu Berufspiloten ernennt. Nun ist alles klar!

Dem Rezensenten von arbeiterfotografie.com ist offensichtlich ziemlich viel unklar.
Der diskreditierte Experte Hans Günter Welke gibt lediglich den Erkenntnisstand wieder, der bis zum heutigen Tage gilt.

Mit höhnischer Polemik wird deshalb der Experte bedacht - nicht der Amateur der nichts weiss, aber viel zweifelt und spekuliert:
Anmerkung: Gerhard Wisnewski geht auf diese aus der Luft gegriffenen Behauptungen bezüglich der Ausbildung der angeblichen Hijacker ein. Doch seine Ãußerung, daß die Behauptungen überhaupt nicht belegbar seien, gehen im Wortschwall des intervenierenden Moderators fast unter. [Hervorhebung von mir]

Auch das Schlusswort bei arbeiterfotografie.com offenbart den Umgang mit dem eigenem Unwissen und die doppelzüngige ad hominem-Masche:
Herr Welke ist offenbar ein 'Experte' ganz besonderer Art. Er kennt sich nicht nur in seinem Gebiet als Luftfahrtsachverständiger aus. Er überträgt sein Expertentum auch auf Bereiche außerhalb seines Wissensbereichs und tut so, als hätte er persönlich den angeblichen Hijackern die Berufspilotenlizenz ausgestellt und als wäre er selber in der Pentagon-Maschine dabeigewesen und hätte beobachtet, wie die Piloten von den angeblichen Hijackern umgebracht worden sind.

Welke tut weder so, als “hätte er persönlich die Berufspilotenlizenzen ausgestellt” noch “als wäre er selber an Bord der Boeing gewesen” - er gibt nichts weiter als den damaligen Erkenntnisstand wieder, der bis heute gültig und nicht widerlegt ist.
 

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