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Der exklusive Dubaitrip und die Wiederholungsgefahr
Am 31. Oktober 2001 erschien in der französischen Tageszeitung ‘Le Figaro’ eine explosiv anmutende Meldung: La CIA a rencontré Ben Laden à Dubaï en juillet (Headline siehe Le Figaro-Archiv, französischer TV-Bericht, Artikel siehe Globalresearch, Artikel in englischer Übersetzung)
Demnach soll sich Osama Bin Laden vom 04. bis 14. Juli 2001 wegen eines Nierenleidens in einem US-amerikanischen Krankenhaus aufgehalten haben und in dieser Zeit mit einem CIA-Agenten zusammengetroffen sein.
Der ‘Le Figaro’-Artikel stammt von Alexandra Richard - es handelt sich um ihren einzigen Artikel für die französische Tageszeitung. Sie arbeitet für Radio Suisse International und schreibt hauptsächlich unpolitische Artikel für Swissinfo. Am gleichen Tag lancierte ein weiterer Protagonist die Dubai-Story: Richard Labeviere, Chefredakteur von Radio France International mit schweizerischem Wirkungskreis (siehe Labeviere-Kritik unten). Am Folgetag ergänzte Richard Labeviere einige Details zur Dubai-Story: Ben Laden et la CIA: les détails de la rencontre (Originalquelle, 01.11.2001 Übersetzung) Dies wiederum wurde am 02.11.2001 von ‘Le Figaro’ wiederholt - auf RFI berufend: Mitchell : l'agent de la CIA qui a rencontré Ben Laden (Artikeltext siehe hier)
Auf welche Quelle verweisen ihrerseits die Journalisten Labeviere und Richard? A partner of the administration of the American Hospital in Dubai claims that public enemy number one stayed at this hospital between the 4th and 14th of July. (Quelle, Hervorhebung von mir)
RFI und ‘Le Figaro’ berufen sich demnach auf die Behauptung (“claim”) einer einzigen anonymen Quelle. Die Meldung wurde anschliessend von diversen Zeitungen wiederholt. Einige Beispiele: SPIEGEL ONLINE,, 31.10.2001 Tagesspiegel, 31.10.2001 London Times, 01.11.2001 The Guardian, 01.11.2001 Washington Times, 01.11.2001
In jedem dieser Artikel wird auf ‘Le Figaro’ bzw. RFI Bezug genommen. Damit wird ausschliesslich auf die Behauptung einer anonymen Quelle verwiesen, die kein zweites Mal unabhängig und nachvollziehbar bestätigt wurde.
Diese Tatsache wird von ‘Truthseekern’ mit bemerkenswerten Methoden bearbeitet. So findet man in einer deutschen Publikation folgende Passage: Nach dem Artikel in „Le Figaro“ stützen auch weitere Recherchen diese Tatsache. So war, wie viele glauben, „Le Figaro“ nicht die erste Quelle, die davon berichtete, sondern der renommierte, französische Journalist Richard Labevierre. Er ist der Direktor des Radiosender „Radio France International 1“, wo die Meldung bereits am Morgen des 31.Oktober ´01 ausgestrahlt wurde. Erst danach berichtete „Le Figaro“, aber auch die BBC und noch viele andere, von der Meldung. (Quelle, Webarchiv)
Eine andere ‘Bestätigungs’-Methode ist bei Michel Chossudovsky zu lesen: The Figaro report is confirmed by several other news reports including the London Times, 01.11.2001
Der Professor irrt sich keineswegs zufällig - eine ‘Bestätigung’ durch die London Times oder anderen Medien liegt nachweislich nicht vor. Es wird ausschliesslich Bezug auf den ‘Le Figaro’-Artikel bzw. RFI genommen: The report in Le Figaro and on Radio France International said that,[...] Quoting an unnamed manager at the American Hospital, Le Figaro said that [...] The newspaper said that [...]
Die ‘Zweifler’-Szene ist auffällig darum bemüht, den Eindruck zu erzeugen, es gäbe unterschiedliche Quellen für die dubiose Dubai-Meldung. In einem sogenannten ‘Debunk the Debunker’-Versuch findet sich im LOOSE CHANGE-Forum nochmals die Bestätigung, mit welchen Methoden diese Protagonisten arbeiten: It was not only reported by the Le Figaro, also by Radio France International and other medias. [...] but also by other media outlets and for several times.
Im November 2003 fand die ‘Bestätigungs’-Methode ihren vorläufigen Abschluss: Es erschien ein Buch namens “Les Coulisses de la terreur” (Kapitel-Auszug). In diesem Buch wurde die Dubai-Story erneut thematisiert.
Autor des Buches: Richard Labeviere - der RFI-Redakteur, der die Dubai-Story zwei Jahre zuvor in Umlauf gebracht hatte. In diesem Buch bringt Labeviere eine zweite namenlose Person ins Spiel: Labeviere said he learned of an encounter from a contact in the Dubai hospital, and said the event was confirmed in detail during a separate interview in New York with a Gulf prince who presented himself as an adviser to the Emir of Bahrain. The prince, who the author met in a Manhattan hotel in November 2001, appeared very well-informed about the CIA-bin Laden meeting. Labeviere said the second contact told him the face-to-face had been arranged by Prince Turki al-Faisal, the head of the Saudi General Intelligence Department. He quoted the second contact as saying: "By organizing this meeting...Turki thought he could start direct negotiations between the Saudi millionaire (bin Laden) and the CIA on one fundamental point: that bin Laden and his supporters end their hostilities against American interests." In exchange, the CIA and the Saudi (intelligence) services undertook to allow bin Laden to return to his native country, even though he was stripped of his Saudi nationality in July 1994. The Dubai meeting was a failure, Labeviere said. (Quelle, 14.11.2003)
CIA - OBL - RFI - DGSE = TRUTH?
Derselbe Richard Labeviere, über den Peter Bergen schrieb: Der Schweizer Journalist Richard Labeviere stellt in seinem Buch ‘Les Dollars de la terreur’ gleich eine Reihe bizarrer Behauptungen über Bin Laden auf [...] (P. Bergen: Heiliger Krieg Inc., 2003, S. 50).
Derselbe Richard Labeviere, der im Fall eines mutmaßlichen Terror-Finanziers eine fragwürdige Rolle spielte: Silvia Cattori: Hat Herr Labévière Ihnen gegenüber seine Aussagen revidiert, als Sie von den Gerichten entlastet wurden, oder ist er verschwunden? Youssef Nada: Er ist verschwunden. Für mich ist er nur ein Lügner, ein würdeloser Mensch, ich habe ihn vergessen; nur wenn Sie, oder andere, den Namen erwähnen, erinnere ich mich an seine Lügen und seine Wesensart. (Quelle)
Richard Labévière, Journalist vom Sender RFI, hat die Beschuldigungen von Olimpio weiterberichtet. In dem Dokumentarfilm, der vom Schweizer Fernsehen TSR gesendet wurde, setze er Herr Nada mit dem Attentat in Luxor in Verbindung, wo im Jahre 1998, 60 Touristen, hauptsächlich Schweizer getötet wurden. Die damalige Schweizer Bundesanwältin Frau Carla Del Ponte hatte Herrn Nada daraufhin verhört. Ihr Befund war, dass die Information laut der Al Taqwa – die Firma von Herr Nada - Terrorismus finanzieren würde, auf „Dienste“ zurückzuführen sind und dass „Herr Nada und seine Firma nichts mit Terrorismus zu tun haben“ (Corriere del Ticino, vom 2. Juni 2006). Trotzdem haben die Journalisten jahrelang Herrn Nada weiterhin diffamiert. (Quelle)
Labeviere und Informationen, die auf “Dienste” zurückzuführen sind?
Die dubiose Dubai-Story hat auch hierzu bemerkenswertes zu bieten - die anonymen Behauptungen, auf die sich die Reporterin vom ‘Le Figaro’ ebenso wie Labeviere berufen, scheinen durch den französischen Auslandsgeheimdienst DGSE zugespielt worden zu sein: The disclosures are known to come from French intelligence which is keen to reveal the ambiguous role of the CIA, and to restrain Washington from extending the war to Iraq and elsewhere. (Quelle)
The Paris-based International Herald Tribune suggested the erroneous information may have been leaked by opponents in France to the U.S. military campaign in Afghanistan. "Disinformation may have been planted ... to suggest a continuing covert linkage between the CIA and bin Laden," a French intelligence source told the Herald Tribune. (Quelle)
Die fragwürdige Informationslage sollte man berücksichtigen bei der Vielzahl widersprüchlicher Angaben:
Die Krankenhausleitung streitet ab: Was Le Figaro berichtet, ist falsch. Osama bin Laden ist weder im Krankenhaus noch außerhalb von einem unserer Ärzte behandelt worden", sagte Bernard Koval, Manager in der US-Klinik in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Dieses Krankenhaus ist zu klein, als dass jemand heimlich durch die Hintertür hereingelassen werden könnte", fügte er hinzu. (Quelle)
Der Leiter der urologischen Abteilung Dr. Terry Callaway soll angeblich auf telefonische Anfragen nicht reagiert haben: Dr Callaway declined to respond to our questions despite several phone calls. (Quelle)
Die CIA streitet ab - selbstverständlich: The CIA last night flatly denied the report. Its spokeswoman, Anya Guelsher, said that it was "complete nonsense". (Quelle) Such an allegation is sheer fantasy, no such thing occurred," CIA spokesman Mark Mansfield said, echoing an earlier rebuttal by the U.S. Central Intelligence Agency of French media reports in October 2001 about the alleged Dubai meeting. (Quelle)
Osama Bin Laden streitet ab - der Anlass für einen solchen Aufenthalt hätte angeblich überhaupt nicht existiert: Hamid Mir, an intrepid Pakistani journalist who writes for the Pakistani daily Dawn, landed one of the only two authentic post September 11 interviews with the world's most wanted man. In the course of the wide-ranging interview, Mr. Mir asked bin Laden about his kidneys: "A French newspaper has claimed that you have a kidney problem and have secretly gone to Dubai for treatment last year. Is that correct?” Bin Laden responded: "My kidneys are all right. I did not go to Dubai last year. One British newspaper has published an imaginary interview with an Islamabad dateline with one of my sons in Saudi Arabia. All this is false. (Quelle, Interview)
Dr. Amer Aziz streitet ab. Er hatte Bin Laden jahrelang behandelt und auch er weiss nichts von Nierenprobleme, die der angebliche Anlass des angeblichen Klinikaufenthaltes gewesen sein sollen: His kidneys were fine, [...]. I did not see any evidence of kidney disease; I didn't see any evidence of dialysis. (Quelle)
Es gibt auch prominente Personen, die mit Bin Laden mehrmals zu tun hatten und nichts von der angeblichen Krankheit wissen, z.B.: Robert Fisk, the only Western journalist to interview bin Laden three times, makes no mention of dialysis. (Quelle)
Der Pulitzer-Preisträger Lawrence Wright (Autor von “Der Tod wird euch finden”) erwähnt in einem Interview 2007 folgendes: Stimmt es, dass Bin Laden schwer nierenkrank ist? Ich bin der Sache nachgegangen. Ich habe mich mit dem ägyptischen Filmregisseur Essam Deraz unterhalten, der angeblich als Erster das Gerücht in die Welt setzte. Er hatte beobachtet, dass Bin Laden viel Wasser trank. Das schien ihm ein Hinweis darauf, dass Bin Laden möglicherweise ein Nierenleiden habe. Doch als ich Deraz persönlich danach fragte, dementierte er alles. (Quelle)
Das muss natürlich nichts bedeuten, denn es gibt auch anderslautende Statements: I think now, frankly, he is dead for the reason he is a ... kidney patient," Gen. Pervez Musharraf said on Friday in an interview with CNN. (Quelle, 18.01.2002)
In diesem CNN-Artikel findet sich auch die widersprüchliche Informationslage bzgl. amerikanischer Quellen: The official said U.S. intelligence is that bin Laden needs dialysis every three days and "it is fairly obvious that that could be an issue when you are running from place to place, and facing the idea of needing to generate electricity in a mountain hideout. Other U.S. officials contradicted the reports of bin Laden's health problems, saying there is "no evidence" the suspected terrorist mastermind has ever suffered kidney failure or required kidney dialysis. The officials called such suggestions a "recurrent rumor." (Quelle)
Auch in einem Artikel vom März 2000 wird die widersprüchliche Situation beschrieben: Osama bin Laden seemed weak and gaunt at a meeting about President Clinton's visit to Pakistan, a witness said, and a Western intelligence official said the alleged terrorist leader is suffering from kidney and liver disease. [...] 'His health is good. There is no problem with his kidney or liver,'' said Ahmad Ulla h, a Taliban spokesman in southern Kandahar, the headquarters of the religious militia. [...] The Afghan doctor also told the man the problem was with bin Laden's ''jigger,'' the Pashtu word for liver. (Quelle)
Im gleichen Monat wurde bereits der nahende Tod von OBL angekündigt: "The man is dying," a Western intelligence source told Asiaweek. (Quelle)
Der Journalist Peter Bergen bemerkt in einem CNN-Interview im Februar 2002 folgendes: But by December, of course, that tape that was aired then, he's barely moving the left side of his body. So he's clearly got diabetes. He has low blood pressure. He's got a wound in his foot. He's apparently got dialysis ... for kidney problems. (Quelle)
Überhaupt begleitet das OBL-Phantom eine bemerkenswerte Krankheits-Geschichte. Auch hier sollte der einleitende Satz besondere Beachtung finden: All information about bin Laden should be treated with a healthy dose of skepticism.
Die fehlende Klarheit muss nach Jahren auch der pakistanische Premierminister eingestehen: BLITZER: Over the years, when we've spoken, you've suggested he was a sick man, Osama bin Laden, that he had kidney problems, he needed dialysis. Do you still believe that? MUSHARRAF: I'm confused, really. I thought that all the intelligence said that he suffers from kidney problems, that he got dialysis machines into the area, but since then, he is alive, that I am sure of. I don't really know how much he's suffering. (Quelle)
Nun alles unklar?
Passend zu dieser unübersichtlichen Situation findet man im LOOSE CHANGE-Forum einen ‘Debunk the Debunker’-Versuch, der mit einem bemerkenswert dümmlichen Satz endet: Summed up, their [die LOOSE CHANGE-‘Debunker’; Anm. von mir] argument is "don't trust French papers".
Diese Zusammenfassung soll ‘Debunker’-Methoden charakterisieren - und entlarvt stattdessen ein weiteres Mal einen ‘Truthseeker’ beim Verdrehen und Vereinfachen. Die Problematik ist oben ausführlich dargestellt: Es geht nicht darum, “französischen Zeitungen zu mißtrauen”. Es geht darum, die fragwürdige Quellenlage zu berücksichtigen und zur Kenntnis zu nehmen, daß diverse Geheimdienste ihre Finger im politisch motivierten Krankenbett-Geflüster haben.
Überspitzt formuliert liesse sich die ‘Truther’-Masche problemlos umkehren: Summed up, their [die ‘Truthseeker’; Anm. von mir] argument is "trust the French intelligence service"
Denn wer kolportiert diese französische Meldung wie ein Faktum - ohne den Hauch eines Zweifels?
Der Chef-Konspirologe Mathias Bröckers, der den Sachverhalt in der ihm eigenen Art kommentiert: Diesem Mann [der örtliche CIA-Agent; Anm. von mir] von der Filiale der "Firma" in Dubai einmal interviewmäßig auf den Zahn zu fühlen, um was es denn acht Wochen vor dem Anschlag beim Plauderstündchen mit dem topterroristischen Urologie-Patienten so ging, im Großen und Ganzen und im Besonderen, wäre journalistisch sicher eine reizvolle Aufgabe. Was bringt man so einem prominenten Millionärsbösewicht, der ja schon alles hat, beim Krankenbesuch Besonderes mit? Eine Handvoll Teppichmesser sicher nicht, ein Döschen Anthrax vielleicht - mit freundlichen Empfehlungen der chemischen Abteilung -, ein Kilo Koks zur Erfrischung ermatteter heiligen Krieger, den letzten Geschäftsbericht der Carlyle-Group - mit Grüßen von der ganzen Familie Bush an die ganzen Familie Ladin? Oder die notwendigen Codes für die Hijacker, um die Flugsicherung austricksen und Direkttelefonate mit der Air-Force-One führen zu können (Bush soll kurz nach dem Anschlag einen "Drohanruf" direkt in seinen Flieger erhalten haben)? Schade, dass ein solches Interview aus Gründen der "nationalen Sicherheit" derzeit nicht geführt werden kann. Auch die Frage, warum Usama am 14. Juli unbehelligt von der US-Air Force mit seinem Privatjet von Dubai nach Pakistan zurückschweben und in seiner Höhle verschwinden konnte, muss deshalb unbeantwortet bleiben. Aber sie liefert einen Grund mehr, das Schläfernest des CIA-Hauptquartiers Langley nicht mehr nur unter Observation, sondern langsam vielleicht auch unter Beschuss zu nehmen. (Quelle, 04.11.2001)
In einem TAZ-Interview vom 01.10.2002 gesteht Bröckers die fragwürdige Methodik selbst ein: TAZ: Und da wird schon mal eine einfache Behauptung plötzlich zur Tatsache. Etwa die Meldung vom französischen Figaro vom November 2001, Bin Laden sei im Juli 2001 in Dubai operiert und im Krankenhaus von CIA-Leuten besucht worden. Die Meldung ist nie verifiziert worden, niemand hat sie nachrecherchieren können. Bei Ihnen taucht sie als Wahrheit auf.
MB: Ja, okay, ich nehm das auf, weil es natürlich prima passt
TAZ: Danke, das wollte ich hören.
MB: und wenn ich das nicht im Konjunktiv formuliert habe, dann bin ich dabei genau der Gefahr des Tunnelblicks erlegen, die Verschwörungstheorien eigen ist.
Etwas geschickter agiert der ‘Geheimdienst-Experte’ Andreas von Bülow: So nachhaltig kann die Trennung zwischen CIA und Osama bin Laden vor dem 11.9. nicht gewesen sein, wenn zutrifft, was aus französischen Quellen verlautet. Danach hielt die CIA zu ihrem ehemaligen Mitarbeiter noch im Juli vor der Tat Kontakt. Der ließ sich im amerikanischen Krankenhaus in Dubai wegen eines schweren Nierenleidens mehr als eine Woche behandeln. Am 12.07.2001 besuchte ihn der dortige CIA-Resident Larry Mitchell, dem Vernehmen nach in Begleitung eines saudischen Prinzen, zugleich Chef des saudischen Geheimdienstes am Krankenbett. [...] Der Besuch des CIA-Residenten am Krankenbett des Osama bin Laden spricht dafür, daß zumindest Teile der CIA die alten Instrumente weiter nutzen wollten. (CIA und der 11. September, S. 33)
Auch Jürgen Elsässer agiert etwas geschickter, indem er die Behauptung mit dem Begriff ‘Wahrscheinlichkeit’ verknüpft - die Einschätzung “höchste” bleibt beliebig subjektiv: Höchst wahrscheinlich ist indes, daß sich der saudische Multimillionär kurz vor den Anschlägen des 11.September mit US-Agenten traf. Der entsprechende Artikel aus der französischen Tageszeitung Le Figaro vom 31. Oktober 2001 trug den Titel "Die CIA hat Bin Laden in Dubai getroffen". (Quelle)
MOSAIK911 verweist abseits der virtuellen Wahrscheinlichkeit, den Widersprüchen und der reinen Glaubensfrage abschliessend auf einen ganz profanen Gedankengang: Osama Bin Laden stand im Jahre 2001 bereits seit längerem auf der FBI-’Most Wanted’-Fandungsliste. Ein Detail dürfte hierbei auf Interesse bei jedem stossen, der kein loyaler Bin Laden Anhänger ist: The Rewards For Justice Program, United States Department of State, is offering a reward of up to $25 million for information leading directly to the apprehension or conviction of Usama Bin Laden. (Quelle)
Bis zum 11. September 2001 lag das Kopfgeld immerhin noch bei 5 Millionen Dollar (Quelle) Demzufolge plauderte die anonyme Quelle des ‘Le Figaro’ ein angebliches Geheimnis aus und hätte für dieses Geheimnis drei Monate zuvor einen Millionenbetrag einstreichen können.
“Ziemlich dummes Timing”, könnte man an dieser Stelle denken.
Die Erklärung für den uneigennützigen Verzicht von vielen Millionen Dollar könnte also auch ziemlich banal ausfallen: Es gab keinen OBL-Krankenbesuch in Dubai, der zu verpfeifen war. Es handelt sich um gezielte Desinformation.
Mit den Worten einer ‘rechten’ Verschwörungstheoretikerin, die zu den Pionieren der ‘VT 9/11’ zählt: I think there is a 99.9% chance that this story is USraeli disinformation. (Carol Valentine, 01. November 2001)
Mit den Worten des ‘linken’ Herrn Bröckers: Ja, okay, ich nehm das auf, weil es natürlich prima passt (Quelle)
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