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Die sagenhafte Tankstelle

Bevor AMERICAN AIRLINES 77 in das Pentagon einschlug, überflog es ein letztes Gebäude, das sich ca. 500 Meter vom Tatort entfernt befindet - eine CITGO-Tankstelle.
 

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Quelle

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Originalbild, Aufnahme stammt von der Eröffnung der Tankstelle am 01.05.2000 (Quelle)

Im Hintergrund ist der südliche Anflugwinkel des Flugobjektes eingezeichnet. Eine Gruppierung namens Citizen Investigation Team begann im Jahr 2007 neben einem ‘Pentagon-FlyOver’-Szenario auch einen alternative Anflugwinkel zu propagieren - die sogenannte ‘North of the Citgo’-Version.
 

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Unabhängig von dieser Kontroverse (die an anderer Stelle thematisiert werden soll) steht eines fest - die Boeing flog über die Tankstelle hinweg.

Ein Interview mit dem Tankstellenpächter vom Dezember 2001 war Auslöser für jahrelange Spekulationen:
Three months ago, on September 11 at 9:38 a.m., a Tuesday, Jose Velasquez heard the rumble of imminent death overhead. "I knew something was wrong. The planes come more from the north and west [to land at Reagan National Airport] not from the south. And not so low.
He was talking on the telephone that morning to a friend who was feeding him gauzy reports about airplane crashes at the World Trade Center in New York. But Velasquez slammed down the receiver and raced outside when he felt the gas station he supervises suddenly begin to tremble from a too-close airplane.
It was like an earthquake," the Costa Rican native said last week. What Velasquez felt above him almost within touching distance was American Airlines Flight 77 just seconds before impact.
His gas station, open only to Department of Defense personnel, is the last structure between the Pentagon and the hillside that, hours later, would become a wailing knoll. "By the time I got outside all I could see was a giant cloud of smoke, first white then black, coming from the Pentagon," he said. "It was just a terrible, terrible thing to be so close to. [...]
Velasquez says the gas station's security cameras are close enough to the Pentagon to have recorded the moment of impact. "I've never seen what the pictures looked like," he said. "The FBI was here within minutes and took the film.
(Quelle)

Zweifel-Protagonisten zitieren beim Verweis auf Velasquez meist nur die beiden letzten Absätze
Velasquez sagt zuvor jedoch etwas interessantes bzgl. des passierenden Flugobjektes:
It was like an earthquake," the Costa Rican native said last week.

Seiner Aussage zufolge erzitterte die Tankstelle durch das tieffliegende Flugzeug. Kann eine Global Hawk oder eine Cruise Missile diesen Effekt bewirken?
Und können die Zweifler, die vom Einsatz einer ‘ferngelenkten’ Boeing überzeugt sind, einen Grund dafür nennen, warum Überwachungsvideos beschlagnahmt und zurückgehalten werden müssen?

Für beides fehlen Erklärungsansätze - stattdessen wurde jahrelang auf zwei andere Aspekte fokussiert, die Velasquez erwähnte:
Zunächst die Spekulation, sie Tankstellenkameras seien “nah genug am Pentagon” gewesen, um den “Moment des Einschlags” aufzunehmen.

Das darf bezweifelt werden, denn die Entfernung der Tankstelle zum Pentagongebäude beträgt ca. 500 Meter (siehe GoogleEarth).
Aus der Lage der Tankstelle und dem Terrain zwischen beiden Gebäuden ergibt sich ein weiterer widersprechender Aspekt:
 

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Die Bilder zeigen es - die Tankstelle ist etwas tiefer gelegen als das Pentagongebäude.

Und wo befinden sich die sagenumwobenen Kameras dieser Tankstelle - wie bei den meisten Tankstellen dieser Welt?

Richtig, unter dem Tankstellendach - schräg nach unten ausgerichtet.
 

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Quelle: Russell Pickering

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Quelle: Russell Pickering

Das letzte Bild zeigt die Position der einzigen Kamera, die rein hypothetisch zufällig etwas hätte aufnehmen können - 500 Meter im Hintergrund.
Die Kamera war laut Pickering auf Zapfsäule 2 ausgerichtet - auf dem Bild im Vordergrund markiert. Hinter dieser Zapfsäule ist der Impactbereich markiert.
MOSAIK911 bezweifelt diese Darstellung, denn in diesem Fall wäre die Kamera nahezu senkrecht abwärts positioniert gewesen, wie die nachfolgende Aufnahme belegt:
 

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Quelle: www.debunk911myths.org

Wahrscheinlicher erscheint eine Ausrichtung auf die hintere Zapfsäule. In diesem Fall wäre der Impactbereich jedoch ebenso wenig im Kamera-Blickfeld gewesen.

Aus diesen Gründen ist die negierende Stellungnahme einer FBI-Verantwortlichen vom September 2005 nachvollziehbar:
Among the eighty-five (85) videotapes described in paragraph 11, above, I located one videotape taken from closed circuit television at the Citgo Gas Station in Arlington, Virginia. Because of its generally poor quality, this tape was taken to the FBI’s Forensic Audio-Video Image Analysis Unit (“FAVIAU) by another member of the PENTTBOM Investigative Team. FAVIAU was requested to determine wether the videotape showed the impact of Flight 77 into the Pentagon on September 11, 2001 and, if such evidence existed on the videotape, to develop still photographic images of it. Personnel from FAVIAU assisted personnel from the PENTTBOM Investigative Team to determine that the videotape did not show the impact of Flight 77 into the Pentagon on September 11, 2001. (Quelle, Dokument)

Von beiden limitierenden Faktoren - der Ausrichtung der Kameras und der minderwertigen Qualität - konnte sich die Öffentlichkeit überzeugen, nachdem auch diese Videos am 15.09.2006 publiziert wurden. Die Aufnahmen sind zu finden unter flight77.info. (bzw. Judicial Watch Youtube)

Kleine Ironie am Rande:
Die Tankstellen-Kette CITGO ist im venezuelanischen Staatsbesitz (Quelle). Staatspräsident Hugo Chavez war publicity-trächtiger Ansprechpartner von Reopen911-Jimmy Walter in der Bemühung um eine ‘unabhängige’ Untersuchung von 9/11 (Details siehe Independent Venezuela).
Mit dieser Tankstelle und ihren Kameras hätte man einen pragmatischen Anfang machen können. 

 

Das rasende FBI und der Minuten-Mythos

Ein zweiter Aspekt aus dem Velasquez-Interview beflügelte ebenfalls über Jahre die Fantasie von Verschwörungstheoretikern:
"I've never seen what the pictures looked like," he said. "The FBI was here within minutes and took the film. (Quelle)

Innerhalb von Minuten?

Stellvertretend eine der ‘Truther’-Sites, die ausspricht, was andere Zweifler nur andeuten:
Velasquez, the owner of the gas station said his security cameras are close enough to the Pentagon to have recorded the moment of impact.  “I’ve never seen what the pictures looked like,” since, “The FBI was here within minutes and took the film.” This indicates also that the FBI was in the vicinity of the Pentagon when it was attacked. (911exposed.org, Hervorhebung von mir)

Ausgerechnet ‘Truthseeker’ widerlegten diesen Mythos Jahre später. Kurz vor der absehbaren Veröffentlichung der Tankstellen-Videos begab sich im August 2006 das LOOSE CHANGE-Trio Avery, Rowe und Bernas sowie Russell Pickering (Betreiber von Pentagonresearch.com, Pickering hat sich im Jahr 2008 im Streit aus dem ‘Truth Movement’ zurückgezogen, seit Januar 2009 ist die Website offline) in das Pentagon-Areal, um einige Aspekte vor Ort zu klären.
Im Gespräch mit dem CITGO-Manager ergab sich folgende Information:
According to the manager of the Citgo who was very kind and informative with us, their video was not actually taken away in minutes as the famous quote has told us. They were evacuated for about two hours from the Citgo and minutes after they reopened the camera was taken. (Quelle)

Das relativiert den Mythos vom rasenden FBI.
Russell Pickering hat lange vor diesem Interview die Minuten-Story selbst kolportiert (siehe hier), aber gleichzeitig zu einer weiteren Entmystifizierung der FBI-Aktion beigetragen:

From my conversations with hotel managers in the vicinity I was told that on the 12th and 13th the FBI "canvassed" the entire area confiscating tapes. There are many buildings with vantage points there and that is where these 85 tapes originated from. (Quelle)

Pickering irrt auch im letzten Punkt, denn ein Großteil der sagenhaften 85 Videos stammt aus völlig anderen Quellen (siehe Liste).
Aber etwas anderes sollte in diesem Zusammenhang zu denken geben:

Viele Zweifler (oftmals Missile-oder Global Hawk-Theoretiker) suggerieren stets unterschwellig, die Suche nach Video-Aufnahmen stände in Verbindung mit Vertuschungsbemühungen - nicht mit der ureigensten Aufgabe der Bundespolizei namens FBI, der Beweismittelsicherung.

Wären jedoch der 12. und 13. September angemessene Reaktionszeiten, um potentielle Beweismittel für den Anschlag des Jahrhunderts zu vertuschen?
 

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