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Das Statement des Architekten enthält zwei wesentliche Aspekte:
1. Frank de Martini spricht ausschliesslich von der Wirkung des Flugzeugeinschlages auf die statische Konzeption des Gebäudes - nicht jedoch von den nachfolgenden Bränden. Der Bleistift-Vergleich verdeutlicht diesen Gedanken.
2. Frank De Martini macht mit seinen einleitenden Worten deutlich, daß es sich um eine subjektive Einschätzung handelt: I believe that the building probably could [...] [Hervorhebung von mir]
Ausserhalb dieser Spekulation waren mehrere Flugzeugeinschläge niemals Bestandteil baustatischer Kalkulationen.
‘Truthseeker’ akzeptieren oder verstehen diese Einschränkungen nicht, daher gilt Frank De Martini als Insider-Kronzeuge für die Annahme, daß die Türme durch die Flugzeug-Anschläge nicht hätten einstürzen dürfen. Die groteske Instrumentalisierung verdeutlicht die Auflistung der Patriots Question 9/11. Der am 11.09.2001 verstorbene Architekt wurde in diese Auflistung aufgenommen. Die Überschrift der Liste: Engineers and Architects question the 9/11 Commission Report.
Ein falsches Wort und der Spuk beginnt neu
Anlässlich des 5. Jahrestages der Anschläge erschien im Schweizer Wochen-Magazin Migros ein Artikel, der dem Statement von Frank De Martini erneuten Auftrieb gab: Ein Streit rettete sein Leben Der Artikel handelt von Alexander Schibli, einem Projektingenieur, der schon seit vielen Jahren für die Port Authority arbeitet und ebenfalls ein Büro im Nordturm hatte. Eine Laune des Schicksals sorgte dafür, daß Schibli am 11. September 2001 zu spät zur Arbeit erschien - und überlebte. Die folgende Passage des Artikels war entscheidend für die neuerliche Hype: Schibli denkt sofort an seinen Arbeitskollegen Frank De Martini aus dem 88. Stock. Der Chefarchitekt des WTC hatte erst vor acht Monaten eine Studie verfasst, in der er untersuchte, was beim Einschlag eines Flugzeugs in einen der Türme geschehen würde. «Ich konnte mich genau erinnern, zu welcher Schlussfolgerung De Martini damals kam», erzählt Schibli. Das Hochhaus sei so gebaut, dass es den Einschlag einer Boeing 707 aushalte, listete die Studie auf. Ja gar mehrere Flugzeugcrashs überstehe das Gebäude dank seiner moskitonetzartigen Baustruktur.
Das Statement und die Schlussfolgerung von Frank De Martini sind seit Jahren bekannt - siehe o.g. Videoclip. Sie wurden exakt diese “acht Monate” zuvor in der TV-Doku ausgestrahlt, lassen jedoch keineswegs auf eine Studie schliessen. Die Reaktion eines Journalisten, der nicht als Verschwörungstheoretiker gelten möchte: Nun aber machte der Schweizer Ingenieur Alex Schibli eine erstaunliche Enthüllung: Jeder Turm des WTC hätte sogar mehrere Flugzeugeinschläge wegstecken müssen. Der doppelte Zusammenbruch wird damit noch absurder. (Quelle)
‘Absurd’ ist nur eines: Die Behauptung, Alex Schibli hätte im Jahre 2006 etwas “enthüllt”. Die Absurdität wird dadurch unterstrichen, daß der Journalist direkt anschliessend das ursächliche Statement von Frank De Martini aus dem Jahre 2001 als Videoclip verlinkt. Ein Leser-Kommentar zu diesem irreführenden Aufmacher enthielt treffenderweise folgende Bemerkung: Ich hätte gerne mehr informationen über die studie von hrn. de martini.
Dem Verantwortlichen von MOSAIK911 erging es genau so. Vor dem MIGROS-Artikel vom 11.9.2006 war von einer angeblichen ‘Studie’ nichts bekannt und die obigen Ausführungen weisen darauf hin, daß die Existenz einer Studie eher unwahrscheinlich ist. Ich schrieb also Herrn Schibli und das MIGROS-Magazin direkt an. Freundlicherweise antwortete Herr Schibli und hat sein Einverständnis erklärt, die Antwort zu veröffentlichen: Sehr geehrter Herr Sperling, vielen Dank fuer das E-mail. Ich gehe mit Ihnen einig, dass es nicht recht ist, Aussagen von verstorbenen Opfer zu missinterpretieren und zu missbrauchen. Ich glaube auch nicht an eine Verschwoerungstheorie, habe aber weder Lust noch Zeit mich mit unsachlichen Argumenten und Polemiken auseinander zu setzen. Es ist nicht recht, wenn der Migros-Artikel und meine Auesserungen als Belege fuer die Spreng-Theorie benutzt werden. Ich kannte die Konstruktion des World Trade Centers (WTC) recht gut. Bis 1975 arbeitete ich fuer den Erbauer des WTC (Tishman Construction Company,) als Project Engineer. Von 1998 bis 9/11/2001 hatte ich mein Bureau im Nord Turm, im 82. Stockwerk und arbeitete ich fuer "The Port Authority of New York & New Jersey" (Besitzerin des WTC). Meine Aufgabe war, die technische Beratung fuer diverse Umbau Projekte, hauptsaechlich in den Untergeschossen. Der Grund fuer den Einsturz des WTC wurde gruendlich untersucht und eindeutig abgeklaert. Meine persoenliche kurze Zusammenfassung der Ursache fuer den Einsturz des WTC: Die Flugzeug-Einschlaege durchtrennten tragende Stahl-Saeulen und verursachten starke Beschaedigungen am Hitzeschutz der Stahltraeger (der Hitzeschutz war in schlechtem Zustand) und beschaedigte die Sprinkleranlage (ist total ausgefallen) und beschaedigte Fluchtwege, Etc.. Die Stahltraeger wurden geschwaecht durch Erhitzung wegen dem Dauerbrand gleichzeitig auf mehreren Stockwerken wuetete. Es war viel brennbares Material vorhanden, welches gleichzeitig mit dem Brennstoff der Flugzeuge gezuendet wurde. Der Ausfall der horizontalen Boden-Traeger verursachte die "Knickung" (Start des Einsturzes) der hitze-geschwaechten Trag-Saeulen, welche zusaetzliche Lasten uebernehmen mussten, wegen dem Ausfall anderer, vom Flugzeug durchschlagenen, tragenden Saeulen. Danach war es die Wirkung der Gravitationkraft (physikalisch nachvollziehbar). Mein Freund Frank DeMartini war Architekt und war ein Super Construction Manager; er war kein Statiker oder Wissenschaftler und hat auch keine Studie verfasst! Er war es, der massgeblich beteiligt war, bei der Wiederherstellung des World Trade Center nachdem 1993 eine Lastwagen Bombe im 3. Untergeschoss in der Sued/Ost Ecke des Nord Turmes explodiert war. Frank - eine grosse Persoenlichkeit - hatte enormes Vertrauen in die Statik des World Trade Centers, hatte er doch gesehen wie das Gebaeude den Bombenanschlag von 1993 ueberstehen konnte. Ich bin ueberzeugt am 11. September 2001, haette er das Gebaeude auch frueher verlassen, wenn er den Schaden nach dem Einschlag der Flugzeuge von aussen gesehen haette.
Leider kann das Verhalten von Hochhaeuser nicht getestet werden, wie man das Verhalten von Automobile testen kann, um die Sicherheit bei Unfaellen zu erforschen.
Ich hoffe Ihnen mit meinen Angaben zu helfen.
Freundlich Gruesse Alex Schibli, P.E.
Anhand der schriftlichen Reaktion des Betroffenen lässt sich folgendes festhalten:
1. Laut Herrn Schibli gibt es keine Studie, die Mr. De Martini verfasst hat.
2. Schibli sieht eine mißbräuchliche Verwendung des MIGROS-Artikel incl. seiner eigenen Statements, wenn sie als Beleg für die Spreng-These verwendet werden.
3. Gleiches gilt für das Statement des verstorbenen Frank De Martini.
4. Alexander Schibli bezeichnet die Gründe für den WTC-Einsturz als “gruendlich untersucht und eindeutig abgeklaert.”
Der angebliche “Enthüller” Alexander Schibli bestätigt demnach unmissverständlich die offizielle Version. Für solche Experten haben ‘Verschwörungstheoretiker’ meist eine simple Diskreditierung in der Schublade: Er arbeitet ja für die ‘Täter’. Gegen die methodischen Diskreditierungsversuche lässt sich kaum etwas ausrichten. Gegen die selektive Verwendung von verkürzten oder fehlerhaften Presseberichten hingegen schon. Inhaltlich bleibt festzuhalten, daß ein weiterer Experte, der mit der WTC-Konstruktion bestens vertraut ist, die offizielle Version bestätigt.
Es bleibt die Frage offen, wieso in dem MIGROS-Artikel von einer ‘Studie’ die Rede ist. Die wiederholte Anfrage blieb unbeantwortet - ausbleibende Reaktionen sind bei solchen Anfragen leider die Regel.
Der verstorbene Frank De Martini wird zweifellos auch zukünftig instrumentalisiert werden. Die obigen Ausführungen können nur dazu anregen, über den Sinn dieser Instrumentalisierung nachzudenken und ggf. davon abzusehen. Anhand eines im Internet exponierten deutschen ‘Truthseekers’ und seiner exemplarischen Verzerrung der verhassten ‘OVT’-Gegenposition (frecherweise sogar incl. Direktlink) lässt sich darüberhinaus erkennen, wie hilflos destruktiv die Instrumentalisierung kommentiert wird: Laut OVT'lern ein größenwahnsinniger Architekt, der dieser Konstruktion zu sehr vertraute und deshalb in den Türmen umkam. (Quelle, 13.09.2007)
Sollten die obigen Ausführungen auch nur den Anschein erwecken, der verstorbene Architekt wäre “größenwahnsinnig” gewesen, dann spräche dies gegen MOSAIK911 (=“laut OVT”)
Sollte diese Unterstellung jedoch haltlos sein, spräche dies gegen .....?
ZERO Points for Truth
Im Jahr 2008 erschien ein weiterer ‘Truther’-Film: ZERO - An Investigation into 9/11 Im Zusammenhang mit den obigen Ausführungen lässt sich erneut die fragwürdige Methodik von ‘Truthseeker’-Produktionen beobachten. Zunächst kommt in dem Film eine Person zu Wort, die als “Nobel prize winner” beeindrucken soll: The two towers shake considerably with the first impact. But they immediately returned to their original structural position. Why? Because they was specifically designed to do this in the event of a plane crash. (ZERO, 6:05-6:22)
Der alte Herr, der hier über Statik eines Wolkenkratzers referiert, heisst Dario Fo - Theaterautor, Regisseur, Bühnenbildner, Komponist, Erzähler, Schauspieler - sowie Nobelpreisträger für Literatur, ausgezeichnet „für sein volkstümlich-politisches Agitationstheater“ (Quelle Wikipedia).
Der Herr passt also bestens in die neueste ‘Truthseeker’-Produktion.
Um die Vorstellung des Polit-Künstlers mit einem fachlichen Background abzurunden, wird direkt anschliessend auf Frank De Martini verwiesen (ZERO, 6:24-6:30):
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